Ibrahim Mahama: Zilijifa

Eröffnung: 8.7.2025

Die Kunsthalle Wien präsentiert eine großangelegte neue Einzelausstellung von Ibrahim Mahama (geb. 1987 in Tamale, Ghana). Die Ausstellung, die im ersten Obergeschoß des Standorts im MuseumsQuartier gezeigt wird, versammelt eine völlig neue Gruppe von Auftragsarbeiten, darunter Skulpturen, Fotografien und Videos. Mahama bezieht sich auf das materielle Erbe von Kolonialismus, Postkolonialismus und Industrialisierung in Ghana. Die Ausstellung ist Ibrahim Mahamas erste Einzelausstellung in Österreich.

Mechanismen, Gefäße und Netzwerke, die für den Transport von Waren und Menschen eingesetzt werden, sind der Ausgangspunkt für eine Reihe neuer Werke, die sich mit dem Beladen, Transportieren und Entladen von Gewicht sowie mit einer abstrakteren Vorstellung der Last der Geschichte befassen. Die Überreste des Eisenbahnnetzes – ein industrielles System des Handels und Exports – werden in der Ausstellung mit Objekten und Bildern kombiniert, die auf den körperlichen Akt des Tragens von Last verweisen.

Zentrales Element der Ausstellung ist die Verwirklichung eines langjährigen Vorhabens: Dekonstruktion, Transport und Präsentation einer Diesellokomotive in Originalgröße in Kombination mit einer Vielzahl von emaillierter Eisengefäße – sogenannte „headpans“ –, die als Trägerkonstruktion für die Lokomotive dienen. Diese „headpans“ sind ein gängiges Gefäß, das in Ghana zum Transport von Waren und Materialien verwendet wird. Mahama sammelte Tausende dieser Schüsseln, indem er neue gegen gebrauchte eintauschte. Die beschädigten, verrosteten und verbeulten Objekte zeugen von intensivem Gebrauch. Unter dem Zug gestapelt, tragen sie eine Lokomotive, die als eine andere Art von Gefäß verstanden werden kann.

Eine begleitende fotografische Serie zeigt den körperlichen Verschleiß, der durch das tägliche Tragen der „headpans“ entsteht. Dazu gehören über 100 Röntgenbilder von Wirbelsäulendeformationen. Diese Bilder sind in ein Metallgerüst eingefasst, das wiederum dem Zug entnommen wurde. Gleichzeitig Symbol und System kolonialer und kapitalistischer Ausbeutung, stellt Mahamas Kritik die Eisenbahn als eine Infrastruktur dar, die buchstäblich auf dem Rücken der ghanaischen Bevölkerung errichtet wurde.

Biographie

Ibrahim Mahama (geb. 1987, Tamale, Ghana) hatte Einzelausstellungen in der Kunsthalle Bern (2025); Fruitmarket, Edinburgh; Barbican Centre, London (beide 2024); Kunsthalle Osnabrück (2023); Frac des Pays de la Loire, Nantes (2022); University of Michigan Museum of Art (2020); The Whitworth, University of Manchester; Norval Foundation, Cape Town (beide 2019); Tel Aviv Art Museum (2016) und K.N.U.S.T Museum, Kumasi (2013). Seine Werke wurden auch im Rahmen zahlreicher Gruppenausstellungen präsentiert, darunter der Sharjah Biennale 15; der 18. Biennale Architettura, Venedig, der 35. Bienal de São Paulo (alle 2023); im Museum of Fine Arts, Houston (2021); im Centre Pompidou, Paris (2020); der 22. Biennale von Sydney (beide 2020); der 56. und 58. Biennale Arte, Venedig (2015 und 2019) und der Documenta 14, Athen und Kassel (2017). Er war künstlerischer Leiter der 35. Grafikbiennale von Ljubljana (2023) ernannt und ist Preisträger des ersten Sam Gilliam Award der Dia Art Foundation. Mahama lebt und arbeitet in Accra, Kumasi und Tamale, wo er mehrere von Künstler*innen geleitete Gemeinschaftsinitiativen gegründet hat, darunter das Savannah Centre for Contemporary Art (SCCA) im Jahr 2019, das Red Clay Studio im Jahr 2020 und vor kurzem das Nkrumah Volini (alle in Tamale).

  
 

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